Endlich! Mindestlohn steigt auf 12 Euro

Der Deutsche Bundestag hat am Freitag die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro beschlossen und bringt eine spürbare Anpassung der Renten in Ost und West auf den Weg.

„Heute ist ein guter Tag für alle Menschen mit geringen Einkommen. Von der Mindestlohnerhöhung profitieren laut DGB mehr als 200 000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein, besonders aus Berufen des täglichen Lebens: Friseure, Verkäuferinnen, Lagermitarbeiter, Pflegekräfte – also all jene, die ,den Laden‘ sprichwörtlich am Laufen halten“, betont der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Bengt Bergt (SPD). „Besonders Frauen haben etwas von dem Plus, weil sie öfter in Teilzeit und schlecht bezahlten Berufen arbeiten als Männer.“

Derzeit liegt der Mindestlohn bei 9,82 Euro. Er wird in zwei Schritten erhöht: auf 10,45 Euro zum 1. Juli und auf 12 Euro zum 1. Oktober 2022. „Für einen vollzeitbeschäftigten Single macht das ein Plus von 220 Euro pro Monat im Vergleich zum aktuellen Satz. Das ist insgesamt immer noch nicht viel, aber für viele ist diese Gehaltssteigerung um 22 Prozent die größte ihres Lebens“, sagt der SPD-Politiker. „Neben der Bezahlung geht es aber auch um Anerkennung. Wer wichtige und gute Arbeit leistet, darf nicht mit Almosen abgespeist werden. Umso größer ist das Armutszeugnis von CDU und CSU, die der Erhöhung nicht zugestimmt haben und Geringverdiener im Stich lassen.“

Besonders betroffen von niedrigen Löhnen sind Beschäftigte, die keinem Tarifvertrag unterliegen. Bergt: „Tarifverträge schützen vor Erwerbsarmut. In Schleswig-Holstein liegt die Tarifbindung gerade noch bei etwa 50 Prozent. Deshalb werden wir die Tarifbindung stärken und künftig Aufträge des Bundes nur noch vergeben, wenn es einen Tarifvertrag gibt. Wer Geschäfte machen will, muss auch anständig bezahlen.“

Neben dem Mindestlohn steigen auch die Renten: um 5,35 Prozent im Westen und um 6,12 Prozent im Osten. „Rentnerinnen und Rentner leben nicht in Saus und Braus – im Gegenteil: Viele haben nur eine kleine Rente. Sie profitieren nun besonders von der Erhöhung. Das ist wichtig auch gerade mit Blick auf die aktuellen Preissteigerungen.“ In Schleswig-Holstein beziehen über 800 000 Menschen Rentenleistungen. Die Rentenbezüge liegen im Schnitt bei ca. 770 Euro (Frauen) bzw. 1300 Euro (Männer). Das macht im Westen ein Plus von etwa 37 Euro bzw. rund 70 Euro pro Monat.